Corporate Social Responsibility (CSR) Richtlinien für Ihr Unternehmen

Heutzutage scheint das Konzept von Corporate Social Responsibility (CSR) in aller Munde zu sein. Doch was genau CSR umfasst, ist oft unbekannt – es gibt unzählige Definitionen für dieses Konzept. Die Themen CSR und Nachhaltigkeit sollen in diesem Artikel beleuchtet werden – und es soll erklärt werden, welche international anerkannten Tools Ihr Unternehmen zur Verfügung hat.

Ein CSR-Manager oder ein Nachhaltigkeitsbeauftragter ist für ein zeitgemässes Unternehmen mittlerweile selbstverständlich, Nachhaltigkeitsberichte von Firmen werden von der Öffentlichkeit erwartet. Gleichzeitig sind Publikationen und Geschäftspraktiken rund um CSR so divergent geworden, dass ein Vergleich oft unmöglich ist. Ich spreche hier noch nicht einmal von Transparenz und Überprüfbarkeit, sondern lediglich von der Unterscheidung zwischen CSR und Nachhaltigkeit. Während sich CSR im Allgemeinen mehr auf Mitarbeiter und andere Stake- und Shareholder (also auf den sozialen Aspekt) konzentriert, bezieht sich das Konzept der Nachhaltigkeit mehr, aber nicht ausschliesslich auf die Umwelt. In der Regel bezieht sich Nachhaltigkeit auf das Konzept, Ressourcen so zu nutzen, dass die Bedingungen für künftige Generationen nicht beeinträchtigt werden (siehe z.B. den Brundtland-Bericht von 1987). Die Art und Weise, wie Unternehmen CSR und/oder Nachhaltigkeitsprogramme in ihre Struktur integrieren, ist jedoch sehr individuell und untereinander nur schwer vergleichbar. So ergeben sich oft zu Situationen, in denen Unternehmen des Greenwashings beschuldigt werden – entweder wenn die PR-Abteilung aktiver ist, als der CSR-Manager selbst oder wenn die Öffentlichkeit einfach nicht versteht, was das Unternehmen genau macht. Aber die gute Nachricht ist: Es gibt eine Handvoll Richtlinien und Initiativen, die Unternehmen dabei unterstützen, gute, eben nachhaltige Akteure zu werden, und die Ansätze und Ergebnisse vergleichbarer machen.

Die folgende Liste ist zwar nicht vollständig, aber sie umreisst die grössten, bekanntesten und repräsentativsten sechs Initiativen, Richtlinien und Grundsätze, die Ihrem Unternehmen helfen könnten, punkto Nachhaltigkeit noch verantwortungsbewussterer zu werden.

Globale Initiative für Berichterstattung (GRI

Die GRI (https://www.globalreporting.org/Pages/default.aspx) ist eine NGO, die Unternehmen und Regierungen dabei unterstützt, ihre Auswirkungen auf den Klimawandel, die Menschenrechte, die Korruption und vieles mehr zu kontrollieren. Die Idee hinter der GRI ist es, Nachhaltigkeits-, ESG- und CSR-Berichte klarer, fokussierter und vergleichbarer zu gestalten. Laut einer KPMG-Umfrage verwenden 63 Prozent der Global-100- Unternehmen und 75 Prozent der Fortune 250 das Framework von GRI.

UN Global Compact (UNGC)

Wie der Name schon sagt, ist die Initiative von Global Compact (https://www.unglobalcompact.org/what-is-gc/mission/principles) sehr “kompakt”. Tatsächlich umfasst sie nur zehn Prinzipien, die sich aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Internationalen Arbeitsorganisation, der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung und dem Übereinkommen gegen Korruption ableiten. Mit mehr als 8000 Unternehmen und über 4000 Nicht-Unternehmensteilnehmern ist Global Compact die größte Corporate Sustainability (CS)-Initiative der Welt. Der UNGC wurde im Juli 2000 gegründet und ist eine der am längsten gültigen CSR-Richtlinien.

ISO 26000

Die ISO 26000:2010 (https://www.iso.org/iso-26000-social-responsibility.html) der Internationalen Organisation für Normung ist der vielleicht bekannteste CSR-Leitfaden für Unternehmen. Er wurde 2010 veröffentlicht in der Absicht, eine Anleitung dafür zu geben, wie Unternehmen und Organisationen auf sozial verantwortliche Weise arbeiten können. Es handelt sich hier weniger um eine Zertifizierung, mehr um eine Klärung, was CSR ist und wie es angewendet werden kann. ISO 26000 kann mit den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen und mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung (SDG) verknüpft werden, die nun beide erläutert werden.

OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen

Die OECD-Richtlinien (https://www.oecdwatch.org/oecd-ncps/the-oecd-guidelines-for-mnes/) umfassen Bereiche wie Menschenrechte, Arbeitsrechte und Umwelt. Dieser Ansatz berücksichtigt die Versorgungskette, deckt mehrere Wirtschaftssektoren ab und wird von den Regierungen unterstützt. Die Richtlinien sind zwar für Unternehmen nicht rechtsverbindlich, aber für die Regierungen, die sie unterzeichnet haben, bindend. Die OECD-Richtlinien sind besonders interessant für multinationale Unternehmen, die von der OECD (und folglich auch von den Regierungen) klare Empfehlungen zu verantwortungsbewusstem Geschäftsgebaren erhalten. Die erste Version dieser Richtlinien stammt aus dem Jahr 1976, sie wurde mehrmals überarbeitet, wobei die letzte Version 2011 veröffentlicht wurde.

UN-Leitsätze zu Wirtschaft und Menschenrechten (UNGPs)

Die UNGPs (https://www.business-humanrights.org/en/un-guiding-principles) bestehen aus 31 Prinzipien und umfassen drei Säulen: Die staatliche Pflicht zum Schutz der Menschenrechte, die Verantwortung der Unternehmen für die Achtung der Menschenrechte und den Zugang zu Rechtsmitteln für Opfer von geschäftsbezogenen Missbräuchen. Das bedeutet, dass sie nicht nur für (internationale) Unternehmen, sondern auch für die Regierungen wichtig sind, um sicherzustellen, dass die normativen Standards innerhalb ihrer Souveränität gewährleistet sind. Obwohl sie relativ neu sind (2011), sind sie weithin anerkannt und besonders wichtig, wenn es um die Menschenrechte geht.

Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs)

Die SDG  https://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/) wurden von der UNO im Januar 2015 definiert und gelten als “Blaupause für eine bessere und nachhaltigere Zukunft für alle”. Das Ziel der UNO ist es, dass alle 17 SDG – darunter 169 Ziele innerhalb der SDG – bis 2030 erreicht werden. Die Ziele reichen von einer erfolgreichen Bekämpfung von Armut und Hunger, Geschlechtergleichheit, Aktionen für Klima und Frieden, Gerechtigkeit und starken Institutionen bis hin zu Partnerschaften. Die SDG sind weithin anerkannt und schlagen überdies 232 offiziell genehmigte Indikatoren zur Messung der Einhaltung vor.

Diese Liste gibt nur einen Überblick über die gebräuchlichsten Tools und es ist wichtig zu verstehen, dass es noch viele andere CSR-Richtlinien, -Erklärungen und -Prinzipien gibt. Die Internationale Arbeitsorganisation hat zum Beispiel die MNE-Erklärung (Multinationale Unternehmen)(http://www.ilo.org/empent/Publications/WCMS_094386/lang–en/index.htm) als ihr Instrument zur Gewährleistung verantwortungsvoller und nachhaltiger Praktiken am Arbeitsplatz veröffentlicht. Und die Europäische Union veröffentlichte eine erneuerte EU-Strategie 2011-14 für die Corporate Social Responsibility (https://ec.europa.eu/growth/industry/corporate-social-responsibility_en), in der sie den mehrdimensionalen Charakter von CSR sowie die Rolle der Behörden und anderer Stakeholder betont, um sicherzustellen, dass die Unternehmen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen.

Wenn Sie mehr über Instrumente zur Umsetzung von CSR in Ihrem Unternehmen erfahren möchten, sind wir gerne bereit, mit Ihnen Ihre Möglichkeiten zu diskutieren.

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