2020 Botschaft von Kasachstan Belt and Road Initiative

Press Release 17.09.2020

Kasachstans Rolle in der Belt and Road Initiative und die positiven Auswirkungen für die Schweiz

 

  • Kasachstan ist eine bedeutende Schnittstelle in der “Belt and Road Initiative” Chinas, die Europa mit Asien verbindet.
  • Aufgrund seiner günstigen geographischen Lage berühren ein Grossteil der zwischen Europa und Westasien gehandelten Güter kasachischen Boden.
  • Mit dem Khorgos Gateway an der chinesischen Grenze beherbergt Kasachstan das grösste Trockendock der Welt mit einem Transitvolumen von 139’100 Standardcontainern pro Quartal.
  • Mit dem Kuryk-Hafenprojekt am Kaspischen Meer spielt Kasachstan eine wichtige Rolle im Handel zwischen dem Nord-Süd-Korridor (zwischen Russland und Indien) sowie dem Ost-West-Korridor (Belt and Road) und wird bis 2030 eine Gesamtkapazität von 10 Millionen Tonnen Güter umschlagen können.

Kasachstan ist eine der bedeutendsten Handels- und Verkehrsknotenpunkte im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI). Aufgrund seiner Lage, seiner riesigen Landmasse und seiner Energiereserven unterstützt und fördert Kasachstan China als wichtigen Partner in diesem riesigen internationalen Wirtschaftsprojekt. Der Trockenhafen in Khorgos mit dem dazugehörigen Schienennetz sowie das kaspische Hafensystem Kuryk sind die Schlüsselprojekte Kasachstans bei der Umsetzung der BRI – mit positiven Auswirkungen für die Schweiz.

Als grösstes Binnenland der Welt, entwickelt sich Kasachstan zunehmend zu einer wichtigen Drehscheibe für den Handel zwischen Europa und Westasien mit positiven Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft. Die wichtigste Triebkraft hinter dieser Entwicklung ist die Belt and Road Initiative (BRI), dem vielleicht grundlegendsten Infrastrukturprojekt unserer Zeit.

Bedeutung für die Schweiz

Bereits heute sind rund 40 grosse und kleine Schweizer Unternehmen in Kasachstan ansässig oder mit Kasachstan vernetzt. Dank der BRI soll diese Zahl in den nächsten Jahren stark ansteigen. Die BRI bietet Anreize sowohl für KMUs als auch für grosse Akteure: KMUs können in eine globale Wertschöpfungsketten eintreten und lokale Finanzinstitutionen können Industriekonsortien finanzieren. Um allfällige politische Risiken abzusichern, steht die schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV) bereit. Das grösste Potenzial liegt wahrscheinlich im Finanzdienstleistungssektor. Schweizer Versicherungsgesellschaften sind in der Pole-Position, um spezifische Infrastrukturprojekte (rück)versichern zu können.

Von den sechs Grossprojekten der BRI finden derzeit zwei der wichtigsten Entwicklungen in Kasachstan statt. Dazu gehören die neue eurasische Landbrücke und der Wirtschaftskorridor China-Zentralasien-Westasien.

Kasachstans Rolle in der “Belt and Road”-Initiative

Im Zusammenhang mit der neuen Seidenstrasse hat sich Kasachstans Verkehrsinfrastruktur in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt. Seit 2015 wurden landesweit rund 12’500 Kilometer Strassen und mehr als 2’500 Kilometer Schienen neu gebaut oder umfassend modernisiert, wie der stellvertretende Premierminister Kasachstans bei einer Veranstaltung des Internationalen Finanzzentrums Astana (AIFC) sagte. Kasachstan hat schon früh seine nationalen Entwicklungsstrategien wie “Kasachstan 2050” in die BRI integriert und damit die Verantwortung für die BRI auf seinem Territorium übernommen. Während China viele BRI-Infrastrukturprojekte subventioniert, wurde die Mehrzahl der in Kasachstan durchgeführten BRI-Projekte von Kasachstan selbst konzipiert und finanziert, meist über den eigenen Staatsfond oder in Zusammenarbeit mit internationalen Entwicklungsbanken.

Khorgos Gateway – Das grösste Trockendock der Welt

Der Khorgos Gateway ist ein transnationales Infrastrukturzentrum und Vorzeigeprojekt an einem der abgelegensten Orte der Welt. Dank des Trockenhafens in Khorgos können Züge Güter von Ostchina nach Westeuropa in etwa zwei Wochen transportieren, im Gegensatz zu einer mehrwöchigen Reise per Containerschiff oder einer wesentlich teureren Beförderung per Flugzeug. Lange Zeit war hierfür die Route über Russland favorisiert. Seit der Inbetriebnahme des Trockenhafens von Khorgos 2012 nimmt der Containerverkehr an der kasachisch-chinesischen Grenze jedoch deutlich zu und wird immer mehr ein zentraler Umschlagplatz für die BRI.

Laut dem stellvertretenden Premierminister Kasachstans wickeln internationale Logistikunternehmen inzwischen etwa zwei Drittel ihrer Containerfracht über das kasachische Schienennetz ab. Das Transitvolumen der dafür eingesetzten Züge belief sich im ersten Quartal 2019 laut offizieller Statistik des Landes auf rund 139’100 Standardcontainer (TEU), was eine Steigerung von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet.

Projekt-Kuryk – Das kaspische Hafensystem

Das zweite Grossprojekt befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Landes, direkt an der Küste des Kaspischen Meeres. Das Kuryk-Projekt zielt darauf ab, die Möglichkeiten der Transport- und Logistikströme der BRI zwischen Europa und China grundlegend zu beschleunigen. Der Hafen liegt am Schnittpunkt des Ost-West-Handelskorridors (Belt and Road) und des Nord-Süd-Korridors (von Russland nach Indien), wodurch eine der schnellsten multimodalen Routen für den Güterverkehr entsteht. Der Fährkomplex des Hafens ist seit 2017 in Betrieb und seine Gesamtkapazität wird bis 2030 voraussichtlich 10 Millionen Tonnen Warenumschlag erreichen. Der zugehörige Flüssiggut-Terminal soll bis 2022 in Betrieb genommen werden. “Der Hafen Kuryk soll zwei grosse Aufgaben erfüllen – den Handel Kasachstans mit den kaspischen Ländern steigern und das Transitpotential der kaspischen Region erhöhen”, sagt Nurzhan Marabayev, der Direktor von DARYN Partners.

Während das BRI für Kasachstan eine enorme strategische Relevanz hat, ist auch der Einfluss für die Schweiz beträchtlich. Als eines der ersten westlichen Länder hat die Schweiz im April 2019 ein “Memorandum of Understanding” mit China unterzeichnet, mit dem die Schweiz der Initiative zustimmte und den Weg für die Schweizer Export- und Finanzindustrie ebnete.

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Über die Botschaft von Kasachstan in der Schweiz

Die Schweiz und Kasachstan unterhalten seit 1992 diplomatische Beziehungen. Die Prioritäten der Botschaft sind die Stärkung und Entwicklung der strategischen Partnerschaft zwischen Kasachstan und der Schweiz, die Unterstützung von Handel, Gewerbe und ausländischen Direktinvestitionen in beide Richtungen, die Pflege des kulturellen Austauschs, der Diplomatie und des Tourismus sowie die konsularische Unterstützung, soweit erforderlich. Gegenwärtig gibt es mehr als 40 Schweizer Unternehmen, die in Kasachstan Vertretungen unterhalten.

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